Ratgeber

Mental Load: Familienaufgaben sichtbar verteilen

Veröffentlicht am · Patrick Lehmann

Der Zahnarzttermin für das Kind, das Geschenk für den Kindergeburtstag am Samstag, die Steuererklärung, der Ölwechsel, das Formular für das Skilager: In jeder Familie gibt es eine Person, die an all das denkt. Erledigt wird vieles gemeinsam. Gedacht wird es oft nur von einer. Genau das meint der Begriff Mental Load.

Was Mental Load ist

Die Soziologin Allison Daminger hat 35 Paare befragt und die «kognitive Hausarbeit» in vier Schritte zerlegt: Bedürfnisse vorhersehen, Möglichkeiten finden, entscheiden und nachverfolgen, ob es erledigt ist (Daminger 2019, American Sociological Review). Ihr Befund: Frauen übernehmen mehr von dieser Arbeit, vor allem das Vorhersehen und das Nachverfolgen. Beim Entscheiden selbst sind die Anteile ungefähr gleich.

Das passt zu dem, was in vielen Familien passiert. Wer am Ende entscheidet, welcher Zahnarzt es wird, ist selten das Problem. Das Problem ist, dass jemand daran denken muss, dass ein Termin fällig ist, und später daran, ob er wirklich abgemacht wurde.

Auch die bezahlte und unbezahlte Arbeit ist in der Schweiz ungleich verteilt: 2020 leisteten Frauen rund 60 Prozent der unbezahlten Arbeit, Männer rund 61 Prozent der bezahlten (Bundesamt für Statistik, Satellitenkonto Haushaltsproduktion 2020). Die Zahl misst Stunden, nicht Gedanken. Der Mental Load steckt in keiner Statistik, er liegt obendrauf.

Warum unsichtbare Arbeit zu Streit führt

Unsichtbare Arbeit hat zwei Eigenschaften, die sie anstrengend machen:

  • Sie hört nie auf. Eine erledigte Aufgabe ist weg, eine Aufgabe im Kopf läuft weiter, bis sie erledigt ist, auch nachts.
  • Niemand sieht sie. Wer den Einkauf macht, hat sichtbar etwas getan. Wer daran gedacht hat, dass das Waschmittel ausgeht, nicht.

Daraus entsteht der typische Satz «Du hättest ja etwas sagen können». Er ist gut gemeint und verschiebt die Last doch wieder zurück: Jetzt muss die eine Person nicht nur daran denken, sondern auch noch delegieren und nachfragen.

Drei Schritte, die wirklich entlasten

1. Alles an einen Ort, an dem es alle sehen

Der erste Schritt ist der wichtigste: Was im Kopf ist, kommt auf eine gemeinsame Liste. Nicht in einen Chat, in dem es nach drei Tagen verschwindet, und nicht auf einen Zettel am Kühlschrank, den unterwegs niemand sieht. Eine geteilte Liste macht sichtbar, wie viel es eigentlich ist, und sie nimmt das Vorhersehen aus dem Kopf einer einzelnen Person.

Damit das klappt, muss das Erfassen schneller gehen als das Vergessen. Mit dem iPhone-Kurzbefehl diktierst Du eine Aufgabe in ein paar Sekunden an Siri, auch ohne die App zu öffnen.

2. Offene Aufgaben anbieten statt zuteilen

Zuteilen ist wieder Arbeit für die Person, die ohnehin an alles denkt. Besser ist ein Ort für Aufgaben, die noch niemandem gehören. In tasks heisst er «Zu vergeben»: Lässt Du eine Aufgabe im Familienbereich ohne zugewiesene Person, sehen sie alle als «Zu vergeben», und wer Zeit hat, übernimmt sie. Wird eine Aufgabe jemandem zugewiesen, bekommt diese Person eine Push-Mitteilung. Damit wandert nicht nur die Arbeit, sondern auch das Daran-Denken.

Wie Ihr einen gemeinsamen Familienbereich anlegt, Mitglieder einladen und «Zu vergeben» nutzt, steht in der Anleitung Arbeitsbereiche anlegen und teilen.

3. Das Nachverfolgen automatisieren

Den vierten Schritt nach Daminger, das Nachverfolgen, kann eine App besser als ein Mensch. tasks schickt eine Push-Mitteilung, wenn eine Aufgabe fällig ist, und auf Wunsch jeden Morgen eine Zusammenfassung per Push oder E-Mail. Wer lieber in den Kalender schaut, abonniert die fälligen Aufgaben im Kalender-Abo in Apple, Google oder Outlook.

Familie und Arbeit getrennt halten

Viele Eltern führen zwei Listen: eine für die Arbeit, eine für zu Hause. Das Problem: Der Elternabend am Dienstag und die Präsentation am Mittwoch hängen zusammen, aber keine der beiden Listen zeigt beides.

In tasks ist jeder Kontext ein eigener Arbeitsbereich. Deine Familie sieht nur den Familienbereich, nichts von Deiner Arbeit. Du selbst siehst in «Heute» und «Demnächst» alles auf einer Seite. Mehr dazu auf der Seite Arbeit und Familie trennen.

Kein Terminal nötig

Für die Familie ist tasks eine Web-App, die sich wie eine normale App auf dem Homescreen installieren lässt. Niemand braucht ein Terminal oder einen KI-Assistenten. Was die Familie konkret davon hat, zeigt die Seite Familienaufgaben.

Fazit

Mental Load verschwindet nicht durch eine App. Er wird aber kleiner, wenn er sichtbar ist: eine gemeinsame Liste statt eines Kopfes, offene Aufgaben statt Zuteilung, Erinnerungen statt Nachfragen. Fangt mit den zehn Dingen an, die gerade im Kopf herumgehen, und schreibt sie auf.

Häufige Fragen

Können Familienmitglieder ohne Technikwissen mitmachen?

Ja. Für die Familie reicht das Telefon: Einladung annehmen, mit der eigenen E-Mail-Adresse anmelden, die App auf den Home-Bildschirm legen. Terminal, Tokens oder Einstellungen braucht niemand. Wer zum Familienbereich gehört, sieht dessen Aufgaben, übernimmt, was zu vergeben ist, und bekommt eine Push-Mitteilung, wenn ihm etwas zugewiesen wird. Deine anderen Arbeitsbereiche bleiben unsichtbar.

Was bedeutet «Zu vergeben»?

In einem Arbeitsbereich mit mehreren Mitgliedern ist eine Aufgabe ohne zuständige Person «Zu vergeben». Alle Mitglieder sehen sie, und wer Zeit hat, übernimmt sie. «Heute» blendet solche Aufgaben auf Wunsch ein, die Tagesübersicht zählt sie, und Kalender-Abos können sie mitliefern. So bleibt nichts liegen, nur weil niemand gefragt wurde.

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