Ratgeber

Aufgaben mit KI-Assistenten erfassen: MCP erklärt

Veröffentlicht am · Patrick Lehmann

Du sitzt mit Claude Code an einem Fehler, und nebenbei fällt Dir auf, dass die Doku zu einem anderen Modul veraltet ist. Früher hiess das: Fenster wechseln, Aufgabe tippen, zurück, Faden verloren. Mit einem KI-Assistenten, der Deine Aufgabenliste kennt, sagst Du einfach «leg dafür eine Aufgabe für Freitag an». Möglich macht das ein offener Standard namens MCP.

Was MCP ist

Das Model Context Protocol (MCP) beschreibt, wie ein KI-Assistent mit anderen Programmen spricht. Anthropic hat es im November 2024 als offenen Standard veröffentlicht (Ankündigung, Spezifikation). Seither unterstützen es viele Clients, darunter Claude Code, Claude Desktop und Cursor.

Das Prinzip ist einfach: Ein MCP-Server bietet Werkzeuge an, zum Beispiel «Aufgaben auflisten» oder «Aufgabe anlegen». Der Client, also Dein Assistent, sieht die Liste dieser Werkzeuge mit einer kurzen Beschreibung und ruft sie auf, wenn es zu Deiner Bitte passt. Der Assistent bekommt damit keinen freien Zugriff auf eine Datenbank, sondern genau die Werkzeuge, die der Server anbietet, und nur mit den Rechten Deines Zugangs.

Was ein Assistent mit Deinen Aufgaben tun kann

tasks hat einen eigenen MCP-Server. Er bietet diese Werkzeuge an:

WerkzeugWas es tutBraucht
list_workspaceslistet Deine ArbeitsbereicheLesen
list_tasks, get_tasklistet Aufgaben und zeigt eine im DetailLesen
list_taxonomylistet Kategorien, Schlagwörter und Prioritätsbezeichnungen eines ArbeitsbereichsLesen
quick_addlegt eine Aufgabe oder, mit parent_id, eine Unteraufgabe aus einer Zeile an, mit derselben Schnelleingabe wie im BrowserSchreiben
create_task, update_tasklegt eine Aufgabe mit einzelnen Feldern an oder ändert sieSchreiben
set_statusändert den Status, zum Beispiel auf erledigtSchreiben
set_parentmacht eine Aufgabe zur Unteraufgabe oder wieder zur Aufgabe oberster Ebene, innerhalb eines ArbeitsbereichsSchreiben
add_commentschreibt einen Kommentar zu einer AufgabeSchreiben
create_tag, create_categorylegt ein Schlagwort oder eine Kategorie an (per Pfad, z. B. Haus/Garten); eine Kategorie braucht die Rolle Administration oder InhaberschaftSchreiben

Ein Werkzeug fehlt mit Absicht: Löschen. Über MCP kann kein Assistent eine Aufgabe löschen. Wer wirklich löschen will, tut das in der App oder mit tsk rm im Terminal.

Welche Berechtigungen ein Assistent braucht

Der wichtigste Grundsatz bei KI-Assistenten heisst so wenig Rechte wie möglich. Er gilt nicht, weil Assistenten böswillig wären, sondern weil sie Text verarbeiten, den sie nicht geschrieben haben: eine Webseite, eine Mail, eine Datei im Repository. Steht darin eine versteckte Anweisung, kann sie das Verhalten des Assistenten ändern. Die OWASP führt diese Prompt Injection an erster Stelle der Risiken von Sprachmodell-Anwendungen und empfiehlt, die Rechte eines Modells auf das Nötige zu beschränken (OWASP LLM01:2025).

Für Deine Aufgaben heisst das:

  • Nur Lesen reicht oft. Wenn Du Claude fragen willst, was diese Woche fällig ist, braucht es keine Schreibrechte. Ein Token nur mit Leserecht (tasks:read) blendet die Schreibwerkzeuge ganz aus. Der Assistent sieht sie nicht einmal.
  • Schreiben gezielt erlauben. Soll der Assistent Aufgaben anlegen, gibst Du dem Token zusätzlich tasks:write. Löschen bleibt trotzdem ausgeschlossen.
  • Auf Arbeitsbereiche beschränken. Ein Token kann auf einzelne Arbeitsbereiche begrenzt werden. Der Assistent im Firmen-Repository sieht dann Deine Arbeitsaufgaben, aber nicht die Einkaufsliste der Familie.
  • Ein Token je Werkzeug. Ein eigenes Token für Claude Code, eines für Cursor: So siehst Du, welches zuletzt benutzt wurde, und widerrufst eines, ohne die anderen anzufassen. Jedes Token läuft ausserdem ab.

Prüfen vor dem Speichern

Ein Assistent kann eine Bitte falsch verstehen: das falsche Datum, der falsche Arbeitsbereich. Viele Clients, darunter Claude Code, fragen deshalb vor einem Werkzeugaufruf nach, bis Du ein Werkzeug ausdrücklich erlaubst. Lass diese Rückfrage für schreibende Werkzeuge eingeschaltet, zumindest am Anfang. Jede Aufgabe, die über MCP entsteht, landet ausserdem ganz normal in Deiner Liste, und eine falsch angelegte Aufgabe korrigierst Du mit einem Klick.

Wenn Du keinen Assistenten willst

MCP ist ein Weg von mehreren. Wer im Terminal lebt, erfasst mit tsk add eine Aufgabe in einer Zeile, ohne KI dazwischen. Alle Wege führen durch dieselbe Schnelleingabe; mehr dazu auf der Seite Aufgaben im Terminal.

So richtest Du es ein

Die Einrichtung dauert wenige Minuten: Token in den Einstellungen anlegen, Rechte wählen, den Server in Claude Code, Claude Desktop oder Cursor eintragen. Die Schritte für jeden Client stehen in der Anleitung MCP einrichten. Was der MCP-Server sonst noch kann, zeigt die Seite Aufgaben direkt aus Claude erfassen.

Fazit

Ein KI-Assistent ist ein guter Ort, um Aufgaben zu erfassen, weil Du dort ohnehin gerade arbeitest. Gib ihm dafür nicht mehr als nötig: Leserecht für Fragen, Schreibrecht nur, wenn er anlegen soll, und nur für die Arbeitsbereiche, die er sehen muss.

Häufige Fragen

Mit welchen KI-Assistenten funktioniert tasks?

Mit Claude Code, Claude Desktop, Cursor und jedem anderen Client, der das Model Context Protocol (MCP) spricht. tasks ist selbst ein MCP-Server: Der Assistent listet Arbeitsbereiche und Aufgaben, liest einzelne Aufgaben, erfasst neue per Schnelleingabe, ändert sie und setzt ihren Status. Du verbindest ihn mit einem Zugriffstoken oder über die Anmeldung (OAuth).

Ein Token nur zum Lesen blendet die Schreibwerkzeuge aus. Ein Werkzeug zum Löschen gibt es nicht, und jedes Token lässt sich auf einzelne Arbeitsbereiche beschränken.

Liegen Firmen-Zugangsdaten auf dem Server?

Nein, weder für Jira noch für GitLab. tsk sync jira und tsk sync gitlab holen die Tickets auf Deinem eigenen Rechner, mit der Anmeldung der jira-cli und Deinem angemeldeten glab, und schicken nur die Ticketliste an tasks. Das Firmen-Token geht nur an den Jira- oder GitLab-Server Deiner Firma, nie an unseren, und unser Server ruft weder Jira noch GitLab auf. Deshalb muss keine Administration eine fremde App freigeben, und es klappt auch hinter dem VPN.

Für einen Zeitplan legt tsk login --scope sync ein eigenes Token an, das nur abgleichen darf. Beschreibungen, Kommentare und Anhänge externer Tickets schickt tsk nie. Wenn nötig, zeigt ein Arbeitsbereich statt der Titel nur die Ticketnummern; die Titel verlassen Deinen Laptop dann gar nicht.

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